Life Long Learning

Mit Marschmusik durch Pińczów
 
Das dritte Treffen unseres europäischen Schulpartnerschaftsprojektes fand vom 28.09. bis zum 03.10.2009 in Pińczów in Polen statt. Von unserer Schule nahmen Herr Verfürth sowie die Kolleginnen Frau Jonat und Frau Daas teil. Besonders gefreut haben wir uns auch über das Interesse von Bernhard Schmidt, der seit vielen Jahren äußerst engagiert in der Elternschaft ist und uns nun nach Polen begleitete.
 
Unsere polnischen Gastgeber hatten ein Programm mit den Schwerpunkten „Das polnische Schulsystem" und „Natur und Umwelt" zusammengestellt.
Beim Empfang am ersten Tag wurden wir vom Bürgermeister mit Marschmusik einer Blaskapelle durch den Ort geführt. Dies erinnerte uns ein wenig an den Karnevalszug und so waren wir voll in unserem kölschen Element. Auch die weitere Begrüßungsfeier war sehr musikalisch geprägt, da die örtliche Musikschule in die Schule integriert ist. Schnell kristallisierte sich für alle ein Lieblingslied heraus, das in der Woche für alle zum Ohrwurm wurde. Es ist das polnische Volkslied „Hey, Sokoly!“, das es in Polen in allen Musikstilen gibt vom Kinderchor-Arrangement bis zur Techno-Version. Unvergessen bleibt für uns, wie eine Drittklässlerin mit Zöpfen und in Volkstracht  plötzlich mit diesem Lied den Saal rockte.
 
Bei Besuchen von weiterführenden Schulen sowie Kindergärten bekamen wir einen guten Einblick über die Art und Weise, wie Kinder in Polen lernen. Dabei empfingen uns die Schüler sehr neugierig, aufgeschlossen und motiviert. Hier konnten wir uns dank der sehr guten Englischkenntnisse der Schüler angeregt auf Englisch unterhalten. Das Interesse an uns und die Begeisterung für unseren Besuch waren so groß, dass wir auf den Fluren, dem Schulhof und im Bus sogar Autogramme geben mussten. Als Gäste haben wir sowohl im Unterricht hospitiert als auch einige Kindergruppen selbst unterrichtet. Dabei haben wir in einer Klasse selbst einen Solarlüfter mit den Kindern gebaut und ihnen so alternative Energien wie beispielsweise Solarenergie erläutert. Mit einer anderen Klasse haben wir aus gesammeltem Müll Kostüme gebastelt und den Schülern so etwas über Recycling von Müll und über Karnevals-Brauchtum (eigene Herstellung von Kostümen) erklärt.
Bei einer von Schülern begleiteten Rallye lernten wir die Stadt Pińczów und deren Geschichte näher kennen.
Um Einblicke in eine polnische Fabrik zu bekommen, besichtigten wir eine Firma, die Gips abbaut und verarbeitet. Dies war eine sehr staubige Angelegenheit.
Höhepunkt außerunterrichtlicher Begegnung war ein gemeinsamer Grillabend mit großem Lagerfeuer, Kutschfahrten, Musik und Tanz einer Folkloregruppe. Wir lernten die polnische Lebensart kennen und lieben – und Herr Verfürth die Fahrten mit der Kutsche, dreimal ließ er sich durch den Wald kutschieren! Auch selbst gebackenes Brot sowie Schmalz durften bei dem riesigen Büfett nicht fehlen.
In der Nähe von Krakau stand die Besichtigung der wunderschönen Salzmine  in Wieliczka auf dem Programm. Das in der Welt einzigartige Salzbergwerk gehört zum UNESCO-Weltkulturerbe. Anschließend hatten wir Zeit, die beeindruckende Stadt Krakau näher zu erkunden.
Um einen Einblick in die schöne Natur Polens zu erhalten, machten wir am folgenden Tag einen Ausflug in den Swietokrzyski-Nationalpark. Bei dem Pilgerweg, der auf den Berg zu der berühmten Benediktinerabtei Swiety Krzyz führte, war gute Kondition gefragt.
Der Abschlussabend, an dem auch Vertreter von Politik und Bildung teilnahmen, wird uns lange in Erinnerung bleiben. Hier konnten wir zwischen einem äußerst leckeren Essen zu Live-Musik tanzen und die Anstrengungen der vorherigen Tage vergessen.  Es zeigte sich, dass dieses Projekt kein reines Schulprojekt ist, sondern dass Menschen aus Europa näher zusammengerückt sind, um am selben Thema gemeinsam zu arbeiten und miteinander in Kontakt zu kommen.
Unser Projektthema „Team up and teach - using the portfolio method from process to product with the topic ‘saving our home countries’ " haben wir kontinuierlich weiter entwickelt. Die teilnehmenden Länder haben mit den gemeinsam entworfenen Materialien gearbeitet. Alle Beteiligten haben ihre bisher erzielten Ergebnisse aus dem Unterricht in einer gemeinsamen Ausstellung dokumentiert. Bei der Erläuterung der Ergebnisse konnte jeder vom anderen noch neue Ideen zur Umsetzung des Themas erhalten. Gemeinsam haben wir dazu eine Internationale Presseerklärung verfasst, die nun in den einzelnen Ländern veröffentlicht wird.
Dem nächsten und letzten Treffen schauen wir voller Erwartung entgegen. Dieses findet vom 01.05. bis zum 08.05.2009 bei uns in Köln statt. Alle sind schon sehr gespannt darauf, unsere Schule, die Stadt Köln und unsere deutsche Lebensweise näher kennen zu lernen.  Während des Treffens bei uns werden auch unsere Kinder einbezogen und können teilhaben an dieser internationalen Begegnung. Ziel dieses Treffens ist es, unsere Ergebnisse und Methoden zu komplimentieren sowie zu evaluieren.
Auch die Fertigstellung unserer Projekt-Homepage wird bei dem Treffen ein Thema sein. Jetzt kann man schon den Verlauf des Projektes sowie erste Ergebnisse anschauen: http://www.comenius2010.meritalo.fi/
 
Beate Jonat

Im Swietokrzyski-Nationalpark
 

Die Wawel-Kathedrale Kraukau
 

Auf dem Kleparz-Markt in Krakau
 

Begrüßungsfeier in der Schule

Fr. Jonat mit "ihrer" Musikklasse

Folklore-Nachmittag